10. Die Zeiten und Modi der Verben
10.13. faire faire qc à qn und laisser faire qc à qn
10.13.2.faire faire qc à qn
  1. ohne Pronomen
    Regel:
    Ist nur ein Objekt vorhanden, ist dieses direktes Objekt. Gibt es zwei Objekte, ist das Objekt der Person, die man etwas tun lässt, immer das indirekte und das andere das direkte Objekt.

    Beispiele mit einem Objekt:
    Herr Lebic lässt seine Kinder früh nach Hause kommen. (Herr Lebic veranlasst, dass seine Kinder früh nach Hause kommen.) > M. Lebic fait rentrer ses enfants très tôt.
    Sie lässt ihre Kollegen hart arbeiten. (Sie bringt ihre Kollegen dazu, hart zu arbeiten.) > Elle fait travailler ses collègues très dur.

    Beispiele mit zwei Objekten:
    Ich lasse meinen Sohn das Auto waschen. (Ich veranlasse, dass mein Sohn das Auto wäscht.) > Je fais laver la voiture à mon fils.
    Er lässt seine Schüler einen Text über gutes Benehmen schreiben. (Er veranlasst, dass seine Schüler einen Text über gutes Benehmen schreiben.) > Il fait écrire un texte sur le bon comportement à ses élèves.

  2. mit Pronomen
    Bei nur einem Objekt wird dieses gemäß Punkt a. durch das direkte Objektpronomen ersetzt. Das Pronomen steht laut Grundregel (s. Kapitel 15.1.) vor dem konjugierten Verb:
    M. Lebic fait rentrer ses enfants très tôt. > M. Lebic les fait rentrer très tôt.
    Elle fait travailler ses collègues très dur. > Elle les fait travailler très dur.

    Je nach Satzteil kann das Pronomen auch Adverbialpronomen (y oder en) sein:
    Il fait faire des photocopies. > Il en fait faire.

    Sind zwei Objekte vorhanden, wird gemäß Punkt a. das Objekt der Person, die man etwas tun lässt, durch das indirekte und das zweite Objekt durch das direkte Objektpronomen wiedergegeben. Die beiden Pronomen stehen, wie die Grundregel (s. Kapitel 15.1.) besagt, vor dem konjugierten Verb.
    Je fais laver la voiture à mon fils. > Je lui fais laver la voiture. > Je la lui fais laver.
    Il fait écrire un texte sur le bon comportement à ses élèves. > Il leur fait écrire un texte sur le bon comportement. > Il le leur fait écrire.

    Anmerkung:
    Handelt es sich bei dem Infinitiv um ein reflexives Verb, so wird das Reflexivpronomen in der entsprechenden Person davor gesetzt; es kann auch wegfallen (nous und vous fallen fast immer weg):
    Il me fait (m')arrêter.
    On les fait (s')asseoir.
    Il nous a fait lever. (nicht: *Il nous a fait nous lever.)

Frage:
"Die Grundregel zur Stellung der Pronomen besagt, dass ein Pronomen nur dann vor dem konjugierten Verb steht, wenn kein Infinitiv im Satz ist; ansonsten steht es vor diesem. Jetzt ist aber bei faire faire qc à qn ein Infinitiv vorhanden, warum steht ein Pronomen dann trotzdem vor dem konjugierten Verb?"

Antwort:
Faire faire qc à qn gilt in der französischen Sprache als feststehende Einheit, d. h. das erste (konjugierte) faire wird nicht als Hilfsverb aufgefasst. Somit ist in dieser Konstruktion nur ein Verb vorhanden, das aus zwei Teilen besteht, vor welche dann die Objektpronomen gesetzt werden.
Dies gilt auch für laisser faire qc à qn.

Zur Veränderlichkeit des Participe passé bei laisser faire qc à qn und faire faire qc à qn s. Kapitel 10.13.4.

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